Feierlichkeiten zum 35. Jahrestag in Lübeck-Schlutup
Feierlichkeiten zum 35. Jahrestag in Lübeck-Schlutup, Pexels/Foto illustrativ

Am Freitag haben in Schleswig-Holstein zahlreiche Veranstaltungen zum 35. Jahrestag der Deutschen Einheit stattgefunden. Besonders im ehemaligen Grenzübergang Lübeck-Schlutup versammelten sich viele Menschen, um an die historischen Ereignisse zu erinnern.

Inhaltsverzeichnis:

Feier in Lübeck-Schlutup

Der Tag begann mit einem Gottesdienst am Morgen. Danach trat der Lübecker Shantychor „Möwenschiet“ auf. Seit 20 Jahren gilt sein Auftritt als Höhepunkt der Feierlichkeiten am ehemaligen Grenzübergang. Bis in den späten Abend standen Konzerte, Theaterstücke, Filme, Gespräche und literarische Texte auf dem Programm.

Lübeck-Schlutup war bis 1990 der nördlichste Grenzübergang der Bundesrepublik Deutschland zur DDR. Die Grenze verlief von der Ostsee bis zum Ratzeburger See. Teile davon zogen sich entlang der Flüsse Trave und Wakenitz. Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) erinnerte daran, dass die Stadt die einzige an der innerdeutschen Grenze gewesen sei. Als die Mauer fiel, strömten Hunderte Menschen aus der DDR über die geöffnete Grenze nach Schlutup.

Seit 2004 engagiert sich der Verein Grenzdokumentations-Stätte Lübeck-Schlutup für den Erhalt dieses historischen Ortes. Lindenau kündigte eine Erweiterung des Grenzmuseums im ehemaligen Zollhaus an. Damit solle die Erinnerung an die deutsche Teilung und an die Wiedervereinigung bewahrt bleiben.

Einheitsbuddeln in Büsum und Kaltenkirchen

Auch das sogenannte Einheitsbuddeln spielte in Schleswig-Holstein eine wichtige Rolle. Das Ziel ist es, bundesweit 100.000 Bäume zu pflanzen. In Büsum im Kreis Dithmarschen wurde der neue Hochzeitswald eingeweiht. Bürgermeister Oliver Kumbartzky (FDP) betonte, dass diese Aktion für Verantwortung und Nachhaltigkeit stehe.

An weiteren Orten wie Tangstedt im Kreis Pinneberg und Kaltenkirchen im Kreis Segeberg beteiligten sich viele Bürger. Dort wurden nach Angaben der Organisatoren mehrere Hundert Bäume gepflanzt.

Übersicht der Pflanzaktionen

  1. Büsum – Hochzeitswald, Straße „Am Wehl“
  2. Tangstedt – Bürgeraktion im Kreis Pinneberg
  3. Kaltenkirchen – Pflanzung mehrerer Hundert Bäume

Das Einheitsbuddeln hat sich in den vergangenen Jahren als fester Bestandteil des Feiertages etabliert.

Gemeinsames Singen in mehreren Städten

Im ganzen Land wurde auch zum Einheitssingen eingeladen. In Meldof im Kreis Dithmarschen, Gundelsby im Kreis Schleswig-Flensburg, Husum im Kreis Nordfriesland und Reinfeld im Kreis Stormarn kamen Menschen zusammen. In Neumünster fand das Singen im Rahmen des Kulturfestivals Kunstflecken bereits zum dritten Mal statt. Mehr als 80 Sängerinnen und Sänger aus regionalen Chören traten in der Stadthalle auf.

Diese Tradition verbindet Kultur mit Erinnerung. Sie verdeutlicht, dass Musik und gemeinsames Handeln wichtige Bestandteile der Feierlichkeiten sind.

Präsentation in Saarbrücken

Der zentrale Festakt zur Deutschen Einheit wurde in Saarbrücken im Saarland abgehalten. Schleswig-Holstein war mit eigenen Beiträgen vertreten. Am Stand der Wissenschaft konnten Besucher Experimente durchführen. Lübeck und Travemünde warben für Tourismus im Norden. Ein besonderer Anziehungspunkt war der Wacken-Bratwurststand, der kulinarische Spezialitäten präsentierte.

Vor sechs Jahren war Schleswig-Holstein selbst Gastgeber des bundesweiten Festakts. In diesem Jahr stand vor allem die Verbindung von Forschung, Kultur und regionaler Identität im Mittelpunkt.

Rede von Ministerpräsident Daniel Günther

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) nahm an den Feierlichkeiten teil. Er wies auf bestehende Spaltungen in der Gesellschaft hin. Diese beträfen nicht nur Ost und West. Günther betonte, dass die Botschaft von 35 Jahren Einheit in der Vielfalt und im Zusammenhalt liege. Nur gemeinsames Handeln könne die Stärke Deutschlands verdeutlichen.

Quelle: NDR