In Freibädern Schleswig-Holsteins kommt es immer häufiger zu gefährlichen Situationen, weil Eltern ihre Kinder nicht ausreichend beaufsichtigen. Betreiber berichten von Fällen, in denen Kinder beinahe ertrunken wären, während die Eltern mit dem Smartphone beschäftigt waren. Maßnahmen wie Handyverbote oder das Abschalten von WLAN-Netzen sollen die Sicherheit erhöhen.
Inhaltsverzeichnis:
- Wachsamkeit im Freibad Lübeck-Schlutup
- Mehr Vorfälle in Neumünster und Lensahn
- Handyverbot in mehreren Freibädern
- Deutliche Konsequenzen in Geesthacht
- DLRG startet Kampagne gegen fehlende Aufsicht
Wachsamkeit im Freibad Lübeck-Schlutup
Im Freibad Lübeck-Schlutup achten Mitarbeiter genau auf das Geschehen im Wasser. Kinder springen vom 1-Meter-Brett oder spielen im flachen Bereich. Betriebsleiter Marcel Förster beobachtet, dass Eltern oft abgelenkt sind. Er weist darauf hin, dass einige die Einrichtung wie eine Betreuungseinrichtung betrachten. Das Personal müsse immer wieder darauf hinweisen, dass die Verantwortung bei den Eltern bleibt.
- Eltern werden regelmäßig angesprochen
- Ablenkung durch Smartphones ist häufig
- Diskussionen über Aufsichtspflicht nehmen zu
Mehr Vorfälle in Neumünster und Lensahn
Auch im Bad am Stadtwald in Neumünster und im Waldschwimmbad Lensahn treten ähnliche Probleme auf. In Lensahn wurde kürzlich ein vierjähriges Mädchen aus dem Schwimmerbecken gerettet. Die Mutter nutzte währenddessen ihr Smartphone auf der Liegewiese. Um solche Vorfälle zu reduzieren, hat die Leitung dort das WLAN abgeschaltet.
Schwimmmeister Thomas Lender berichtet von einer steigenden Zahl solcher Situationen. Auf den Liegewiesen sei es besonders schwierig, die Aufsicht zu kontrollieren.
Handyverbot in mehreren Freibädern
Manche Einrichtungen haben strenge Regeln eingeführt. In Itzehoe, Ahrensburg und Ellerau gilt ein Handyverbot am Beckenrand. In Pinneberg wurde das Verbot auf das gesamte Freibad ausgeweitet, erklärt Lisa Krieger von den Bädern Pinneberg. Ziel ist neben der Sicherheit auch der Schutz der Privatsphäre, da Smartphones Kameras besitzen.
Liste der Standorte mit Einschränkungen:
- Lensahn – WLAN abgeschaltet
- Itzehoe – Handyverbot am Beckenrand
- Ahrensburg – Handyverbot am Beckenrand
- Ellerau – Handyverbot am Beckenrand
- Pinneberg – Handyverbot im gesamten Bad
Deutliche Konsequenzen in Geesthacht
Im Freizeitbad Geesthacht wurden bereits Verwarnungen ausgesprochen. Wer sich nicht an die Aufsichtspflicht hält, riskiert ein Hausverbot. In einigen Fällen war sogar Polizeieinsatz nötig. Betreiber betonen, dass ohne das schnelle Handeln des Personals schwere Unfälle unvermeidbar wären.
DLRG startet Kampagne gegen fehlende Aufsicht
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft will mit der Aktion „Du bist die Aufsicht“ Eltern sensibilisieren. Über neun Millionen Menschen wurden bisher erreicht. Ziel ist, dass kein Kind unbeaufsichtigt im Wasser bleibt – weder im Freibad noch an Stränden oder im heimischen Garten.
Quelle: NDR