Glühwein, Bratwurst und festliche Stimmung prägen die Weihnachtsmärkte in Schleswig-Holstein auch in diesem Jahr. Trotz steigender Betriebskosten und höherer Energiepreise bleiben viele Preise auf den Märkten stabil. Schaustellerinnen und Schausteller versuchen, die gewohnten Angebote bezahlbar zu halten. Das freut Besucher wie Henning Speck und Johanna Lehmann, die in Kiel den Advent in geselliger Atmosphäre genießen.
Inhaltsverzeichnis:
- Glühweinpreise in Kiel, Lübeck und Schleswig
- Hohe Kosten für Standbetreiber wie William Wenig
- Finanzielle Risiken und Investitionen vor der Saison
- Weniger Umsatz trotz stabiler Besucherzahlen
Glühweinpreise in Kiel, Lübeck und Schleswig
Der klassische Glühwein kostet in Schleswig 3,50 Euro – genauso viel wie im Vorjahr. In Kiel und Lübeck liegen die Preise bei rund 4,50 Euro, in Husum und Neumünster bei etwa 4 Euro. Der Durchschnittspreis in Schleswig-Holstein beträgt damit rund 4 Euro pro Becher.
Marco Lange, Präsident des Schaustellerverbands Schleswig-Holstein, bestätigt diesen Wert und erklärt, dass viele Betreiber ihre Preise bewusst stabil halten. Bratwürste kosten zwischen 4 und 5 Euro, kleine Portionen Mutzen beginnen bei etwa 3,50 Euro.
Besucher bemerken Preisunterschiede vor allem bei Zusätzen oder hochprozentigen Getränken. Extras wie ein Schuss Likör oder Sahneaufschlag kosten häufig mehr. Weitere Informationen zum Start der Märkte in der Region finden sich unter Weihnachtsmärkte starten in Schleswig-Holstein.
Hohe Kosten für Standbetreiber wie William Wenig
Der Ahrensböker Schausteller William Wenig betreibt mit seiner Frau Beatrice in Lübeck zwei Glühweinstände – einen mit Bio-Glühwein, einen klassisch. Beide bieten den Becher für 4 Euro an. Die Standgebühren in Lübeck und Kiel gehören laut Verband zu den höchsten im Land.
Dazu kommen steigende Energie- und Personalkosten. Wenig berichtet, dass seine Einkaufspreise in den vergangenen sieben Jahren um rund 30 Prozent gestiegen sind. Besonders Fleisch, Fruchtwein und Kakao sind teurer geworden.
Er arbeitet etwa drei Wochen der Saison nur, um Fixkosten zu decken. Erst danach beginnt die Gewinnphase. Auch die Dekoration spielt eine wichtige Rolle. Eine aufwendig geschmückte Bude gilt als Aushängeschild – und kostet. Die Familie Wenig investiert jährlich zwischen 3.000 und 4.000 Euro in Lichterketten, Tannengirlanden und Teppiche.
Finanzielle Risiken und Investitionen vor der Saison
Standbetreiber müssen Gebühren im Voraus bezahlen. Lieferanten verlangen ebenfalls schnelle Bezahlung. William Wenig hat in diesem Jahr zusätzlich einen neuen Durchlauferhitzer für 3.000 Euro gekauft. Bleiben Besucher aufgrund von schlechtem Wetter aus, entstehen schnell Verluste. Besonders schwache Sonnabende seien kritisch, da sie die umsatzstärksten Tage darstellen.
Die Situation erinnert viele Schausteller an ähnliche Herausforderungen in der Vergangenheit. Wie die aktuelle Wintersaison die Freizeitgestaltung in Schleswig-Holstein beeinflusst, zeigt ein Bericht unter Winterspaß in Schleswig-Holstein.
Weniger Umsatz trotz stabiler Besucherzahlen
Nach Angaben von Marco Lange beobachten viele Betreiber rückläufige Einnahmen, obwohl die Besucherzahlen stabil bleiben. Viele Gäste schauen nur – und kaufen weniger. Preiserhöhungen seien daher riskant. „Wenn ich als Verkäufer den Preis für meinen Glühwein nicht erhöhe, habe ich die Chance, dass der Gast noch einen zweiten Becher trinkt. Es muss erschwinglich bleiben“, erklärt Lange.
Trotz aller wirtschaftlichen Belastungen zeigen sich Schausteller optimistisch. Der Zusammenhalt innerhalb der Branche wächst, und viele setzen auf treue Stammkundschaft. Auch steigende Preise für Weihnachtsbäume in Schleswig-Holstein beeinflussen die Stimmung bislang kaum.
Die Weihnachtsmärkte im Land beweisen, dass Tradition und Wirtschaftlichkeit sich trotz schwieriger Umstände vereinen lassen. Besucher dürfen sich weiterhin auf bezahlbare Glühweine, vertraute Aromen und festliche Atmosphäre freuen – ein Stück Stabilität im winterlichen Norden.
Quelle: NDR, PATIZONET
FAQ
Wie hoch sind die aktuellen Glühweinpreise in Schleswig-Holstein?
Der Preis für klassischen Glühwein liegt zwischen 3,50 und 4,50 Euro, abhängig vom Standort. In Schleswig kostet er 3,50 Euro, in Kiel und Lübeck etwa 4,50 Euro.
Warum bleiben die Preise auf den Weihnachtsmärkten weitgehend stabil?
Viele Schaustellerinnen und Schausteller möchten trotz gestiegener Kosten ihre Preise halten, um Besucher nicht zu verlieren und die Nachfrage stabil zu halten.
Welche zusätzlichen Kosten haben Standbetreiber?
Neben hohen Standgebühren fallen steigende Energie-, Personal- und Rohstoffkosten an. Hinzu kommen Investitionen in Dekoration und Technik, die jährlich mehrere tausend Euro betragen können.
Wie lange dauert es, bis Schausteller Gewinn machen?
Nach Angaben von William Wenig arbeiten viele Betreiber etwa drei Wochen nur für die Deckung der Fixkosten. Erst danach beginnen sie, Gewinne zu erzielen.
Welche Risiken bestehen für Schausteller während der Saison?
Schlechtes Wetter oder geringe Besucherzahlen können erhebliche Verluste verursachen, da viele Kosten wie Standgebühren und Waren im Voraus bezahlt werden müssen.
Gibt es auf den Weihnachtsmärkten Besucherrückgänge?
Laut Schaustellerverband gibt es keinen Rückgang der Besucherzahlen, aber viele Gäste kaufen weniger, was die Umsätze verringert.
Wie beeinflussen steigende Rohstoffpreise den Markt?
Steigende Preise für Fleisch, Fruchtwein und Kakao erhöhen die Produktionskosten, wodurch die Gewinnmargen der Betreiber sinken.