Knapp vier Wochen vor dem ersten Advent beginnt in vielen Städten Schleswig-Holsteins die Aufstellung der Weihnachtsbäume. Steigende Preise und knappe Haushaltsmittel führen jedoch dazu, dass zahlreiche Kommunen ihre Pläne anpassen müssen. Der laufende Meter Tanne wird teurer, und in einigen Orten werden weniger Bäume aufgestellt als in den Vorjahren. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Städten.
Inhaltsverzeichnis:
- Flensburg setzt auf günstigere Bäume
- Kiel bleibt bei 30 Tannen
- Preise steigen landesweit
- Weniger Bäume, gleiche Stimmung
Flensburg setzt auf günstigere Bäume
Flensburg greift in diesem Jahr zu preiswerterer „B-Ware“. Diese Tannen sind oft leicht schief oder gelten als zweite Wahl. Dennoch sollen rund 120 Bäume in der Stadt verteilt werden. Nur vier davon werden beleuchtet, teilte die Tourismusagentur mit. Die Gesamtkosten inklusive Schmuck und Beleuchtung liegen bei etwa 13.500 Euro. Die Entscheidung fiel zugunsten des Budgets, um weiterhin ein festliches Stadtbild zu ermöglichen.
Auch in anderen Regionen passen sich Städte den neuen Bedingungen an. In Norderstedt im Kreis Segeberg wird in diesem Jahr nur ein einziger Weihnachtsbaum aufgestellt – statt der üblichen drei. Die Gesamtausgaben betragen rund 7.000 Euro, inklusive Lieferung sowie Auf- und Abbau. In Itzehoe im Kreis Steinburg sind die Gründe für die geringere Anzahl andere: Hier fehlt das Personal für den Aufbau.
Kiel bleibt bei 30 Tannen
Kiel hält an der bisherigen Zahl von 30 geschmückten Bäumen fest. Trotz Sparmaßnahmen werden die Kosten auf rund 30.000 Euro geschätzt. Zuvor hatte die Stadt sogar erwogen, ganz auf Weihnachtsbäume zu verzichten. Letztlich entschied man sich, die Tradition fortzusetzen. Damit soll die Innenstadt auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten attraktiv bleiben.
Ähnliche Diskussionen fanden auch in anderen Städten Schleswig-Holsteins statt. Der finanzielle Druck, verursacht durch steigende Energiepreise und höhere Materialkosten, beeinflusst vielerorts die Planung. Diese Entwicklung erinnert an andere Kostensteigerungen, etwa beim Start der Heizsaison in Schleswig-Holstein, wo Kommunen ebenfalls auf Einsparungen achten müssen.
Preise steigen landesweit
Der Verband der Schleswig-Holsteinischen Weihnachtsbaumproduzenten rechnet mit einem Preisanstieg zwischen ein bis zwei Euro pro laufendem Meter. Je nach Qualität und Region liegt der Preis zwischen 22 und 28 Euro. Trotz der höheren Kosten bleibt die Nachfrage stabil, da viele Haushalte weiterhin Wert auf einen echten Baum legen.
In mehreren Städten wie Neumünster, Husum und Kaltenkirchen werden die Bäume gespendet oder gesponsert. Dadurch können Kommunen Kosten sparen, ohne auf die weihnachtliche Atmosphäre zu verzichten. Diese Spendenpraxis gewinnt zunehmend an Bedeutung, besonders in kleineren Gemeinden.
Weniger Bäume, gleiche Stimmung
Obwohl vielerorts gespart wird, möchten die Städte den festlichen Charakter erhalten. Flensburg, Kiel und Norderstedt zeigen mit ihren unterschiedlichen Ansätzen, wie vielfältig die Lösungen ausfallen können. Während Flensburg auf günstigere Ware setzt, konzentriert sich Norderstedt auf einen zentralen Baum. Kiel wiederum hält an der gewohnten Zahl fest, trotz steigender Ausgaben.
Die Entwicklung passt in den allgemeinen Trend steigender Kosten in der Region. Eine ähnliche finanzielle Belastung verzeichnete das Land auch beim Thema Landeshaushalt 2026, wo Ausgaben und Prioritäten neu verteilt wurden. Die Vorbereitungen auf die Adventszeit zeigen daher exemplarisch, wie Kommunen trotz wirtschaftlicher Engpässe Traditionen aufrechterhalten wollen.
Am Ende bleibt klar: Die Weihnachtsstimmung in Schleswig-Holstein soll nicht am Geld scheitern – auch wenn sie dieses Jahr etwas sparsamer ausfällt.
Quelle: NDR