Soziale Medien lassen sich privat nutzen, ohne den Kontakt zu Familie, Freunden, Vereinen und Kollegen zu verlieren. Entscheidend sind begrenzte Sichtbarkeit, sparsame Profildaten, sichere Passwörter, Zwei-Faktor-Anmeldung und klare Regeln für Fotos, Gruppen und Standortangaben. In Kiel und Schleswig-Holstein laufen viele Alltagskontakte über Instagram, Facebook, WhatsApp, TikTok, LinkedIn und Nachbarschaftsgruppen. Wer sein Profil bewusst einstellt, bleibt erreichbar und gibt trotzdem weniger persönliche Daten preis. Eine stabile Verbindung ist dafür die Grundlage, besonders wenn Familien, Vereine und Arbeit digitale Kanäle nutzen und Nutzer ihr Internet zu Hause in Schleswig-Holstein verlässlich einrichten wollen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik rät zu zurückhaltender Datenfreigabe, starken Anmeldeschutzfunktionen und regelmäßigen Kontrollen der Sicherheitseinstellungen. Die Verbraucherzentralen verweisen zusätzlich auf App-Zugriffe, Werbeprofile und Messenger-Datenschutz. Wer Verträge, Apps und Zahlungsdienste miteinander verbindet, sollte auch sichere Online-Zahlungen in Deutschland im Blick behalten. Datenschutz bedeutet nicht Rückzug. Er bedeutet Auswahl. Wer private Inhalte nur an kleine Empfängergruppen sendet, öffentliche Angaben reduziert und alte Verknüpfungen entfernt, kann weiter posten, schreiben und reagieren. Das passt zu einem digitalen Alltag, der Kontakte ermöglicht und trotzdem weniger Stress erzeugt, wie es auch beim Thema Alltag in Deutschland ohne Dauerstress wichtig ist.
Inhaltsverzeichnis
- Warum Privatsphäre in Kiel und Schleswig-Holstein zum Alltag gehört
- Profile bei Meta, TikTok und LinkedIn gezielt begrenzen
- Messenger wie WhatsApp, Signal und Telegram sicherer nutzen
- Fotos, Standorte und Kinder besonders schützen
- Kontakt halten ohne dauernde Datenfreigabe
- Vergleich wichtiger Einstellungen für soziale Netzwerke
- Kontoschutz und DSGVO-Rechte konsequent nutzen
- Familie, Verein und Beruf sauber trennen
- FAQ
Warum Privatsphäre in Kiel und Schleswig-Holstein zum Alltag gehört
Soziale Netzwerke sind für viele Menschen ein fester Teil des Alltags. Sie ersetzen Einladungen, Vereinszettel, Kleinanzeigen, kurze Nachfragen und spontane Hinweise. In Kiel, Lübeck, Flensburg und kleineren Orten Schleswig-Holsteins entstehen viele Kontakte über Gruppen, Chats und lokale Seiten.
Das Risiko liegt selten in einem einzelnen Beitrag, sondern in der Kombination vieler kleiner Informationen. Ein Profilbild, ein öffentlicher Arbeitgeber, eine markierte Person, ein Vereinsname und ein Standort können zusammen mehr verraten als geplant. Genau deshalb empfehlen Sicherheitsstellen, persönliche Daten sparsam zu veröffentlichen.
Besonders sensibel sind Wohnort, Geburtsdatum, Telefonnummer, private E-Mail-Adresse, Schulwege, Urlaubszeiten, Kennzeichen, Ausweisdaten und Gesundheitsinformationen. Solche Angaben gehören nicht in öffentliche Beiträge. Sie können in falsche Hände geraten oder für Betrugsversuche genutzt werden.
Viele Nutzer unterschätzen auch alte Profile. Ein kaum genutztes Facebook-Konto, ein öffentliches Fotoalbum oder ein alter Forenaccount kann weiter sichtbar sein. Deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle sinnvoll. Sichtbarkeit, Suchmaschinenfreigabe, App-Verbindungen und gespeicherte Geräte sollten nicht jahrelang unverändert bleiben.
Auch lokale Gruppen brauchen klare Grenzen. Wer dort eine Frage zu Behörden, Umzug, Kita, Arzttermin oder verlorenen Dokumenten stellt, sollte keine unnötigen persönlichen Daten veröffentlichen. Für offizielle Anliegen sind direkte Stellen meist sicherer. Das gilt auch für digitale Vorbereitung von Behördengängen in Schleswig-Holstein.
Profile bei Meta, TikTok und LinkedIn gezielt begrenzen
Die wichtigsten Einstellungen liegen bei den meisten Plattformen in Bereichen wie Datenschutz, Sicherheit, Konto, Profil, Sichtbarkeit, Werbung und Berechtigungen. Die Namen ändern sich je nach App. Die Kernfrage bleibt gleich. Wer darf was sehen, wer darf Kontakt aufnehmen und welche Daten werden für Werbung oder Empfehlungen genutzt.
Ein privates Profil ist für viele Nutzer der schnellste Schutz, weil Beiträge nicht automatisch für die breite Öffentlichkeit sichtbar sind. Das gilt vor allem für private Fotos, Familieninhalte, spontane Alltagsbeiträge und Kommentare in Gruppen. Wer beruflich sichtbar sein muss, kann ein öffentliches Fachprofil und ein privates Familienprofil trennen.
Bei Instagram und Facebook sollten Nutzer prüfen, wer Beiträge sehen darf, wer Freundeslisten einsehen kann, wer das Profil über Telefonnummer oder E-Mail-Adresse findet und welche Apps mit dem Konto verbunden sind. Die Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass alte App-Verbindungen Datenzugriffe behalten können, wenn sie nicht entfernt werden.
Bei TikTok sind private Konten, Direktnachrichten, Kommentare, Duette, Stitch-Funktionen, Downloads, Profilaufrufe und vorgeschlagene Konten relevant. TikTok stellt dafür eigene Datenschutzeinstellungen bereit. Wer dort sichtbar bleiben will, kann Kommentare filtern, Direktnachrichten begrenzen und Downloads verhindern.
LinkedIn funktioniert anders. Sichtbarkeit ist dort oft gewollt, weil berufliche Kontakte, Jobsuche und Brancheninformationen im Mittelpunkt stehen. Trotzdem sollten private Telefonnummern, genaue Wohnanschriften und vertrauliche berufliche Details nicht öffentlich sein. Für die berufliche Orientierung in der Region kann der Blick auf den Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein 2026 hilfreicher sein als eine unnötig offene private Chronik.
Diese Kontrollen gehören zuerst auf die Liste
- Profil auf privat stellen, wenn öffentliche Reichweite nicht nötig ist.
- Alte öffentliche Beiträge nachträglich auf kleinere Zielgruppen begrenzen.
- Freundeslisten, Kontaktlisten und Followerlisten verbergen oder einschränken.
- Auffindbarkeit über Telefonnummer und E-Mail-Adresse reduzieren.
- Standortfreigaben in der App und im Betriebssystem prüfen.
- Personalisierte Werbung und Interessenprofile kontrollieren.
- Nicht mehr genutzte Apps, Spiele und Webseiten vom Konto trennen.
- Profilfoto, Status, Markierungen und Erwähnungen nur für passende Gruppen freigeben.
Messenger wie WhatsApp, Signal und Telegram sicherer nutzen
Viele vertrauliche Gespräche laufen nicht öffentlich, sondern über Messenger. Dort werden Termine, Bilder, Sprachnachrichten, Dokumente und Familieninformationen geteilt. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt den Inhalt einer Nachricht auf dem Transportweg. Sie ersetzt aber keine vorsichtige Nutzung.
Auch verschlüsselte Chats bleiben nur dann privat, wenn Geräte, Backups, Gruppenmitglieder und geteilte Inhalte sicher behandelt werden. Ein Screenshot, ein weitergeleitetes Foto, ein unsicheres Smartphone oder ein offenes Cloud-Backup kann sensible Informationen trotzdem verbreiten.
WhatsApp bietet Einstellungen für Profilbild, Info, Status, Zuletzt online, Online-Anzeige, Lesebestätigungen und Gruppenbeitritte. Nutzer können festlegen, ob alle, nur Kontakte oder ausgewählte Kontakte bestimmte Informationen sehen. Das ist besonders wichtig, wenn Telefonnummern in mehreren Gruppen kursieren.
Signal ist auf datensparsame Kommunikation ausgelegt und wird häufig für private Gespräche empfohlen. Trotzdem müssen auch dort Gerätesperre, Registrierungssperre, Profilfreigabe und Benachrichtigungen geprüft werden. Telegram unterscheidet zwischen privaten Chats, Gruppen und öffentlichen Kanälen. Nutzer sollten dort besonders genau prüfen, ob Inhalte wirklich nur an den gewünschten Empfängerkreis gehen.
In Familien, Vereinen und Nachbarschaften hilft eine einfache Trennung. Organisatorische Informationen können in Gruppen stehen. Sensible Details gehören in Einzelgespräche, Telefonate oder offizielle Kanäle. Dazu zählen Gesundheitsdaten, private Konflikte, Dokumente mit Adresse, Fotos von Kindern und finanzielle Angaben.
- Nur Gruppen beitreten, deren Zweck und Teilnehmerkreis klar sind.
- Keine Ausweise, Bescheide, medizinischen Befunde oder Vertragsdaten in große Gruppen stellen.
- Profilbild und Status nur für gespeicherte Kontakte sichtbar machen.
- Automatische Medienspeicherung ausschalten, wenn viele Gruppen aktiv sind.
- Alte Gruppen verlassen, wenn sie nicht mehr gebraucht werden.
- Verknüpfte Geräte regelmäßig prüfen und unbekannte Sitzungen abmelden.
- Bei ungewöhnlichen Nachrichten von bekannten Kontakten über einen zweiten Kanal nachfragen.
Fotos, Standorte und Kinder besonders schützen
Fotos transportieren mehr Informationen als viele Texte. Sie zeigen Gesichter, Räume, Straßen, Vereinskleidung, Schulen, Arbeitsplätze, Fahrzeuge und Dokumente im Hintergrund. Wer Bilder veröffentlicht, sollte deshalb nicht nur auf das Hauptmotiv achten.
Bei Fotos anderer Personen zählt die Zustimmung, besonders wenn Gesichter klar erkennbar sind. Das Recht am eigenen Bild ist in Deutschland ein wichtiges Schutzrecht. Bei Gruppenbildern aus Verein, Schule, Kita oder Nachbarschaft ist Zurückhaltung sinnvoll.
Kinderfotos brauchen besonderen Schutz. Minderjährige können die langfristigen Folgen einer Veröffentlichung oft nicht einschätzen. Bilder können gespeichert, kopiert, verändert und aus dem ursprünglichen Zusammenhang gelöst werden. Deshalb sollten Kinder nicht öffentlich mit Namen, Schule, Wohnumfeld, regelmäßigen Orten oder Echtzeitstandorten erscheinen.
Standortdaten sind ähnlich sensibel. Echtzeitorte, wiederkehrende Trainingszeiten, Pendelroutinen oder Urlaubsbilder während der Abwesenheit können Bewegungsmuster sichtbar machen. Sicherer ist es, Reisebilder später zu posten, Standortmarkierungen zu entfernen und genaue Orte nur an kleine Gruppen weiterzugeben.
Lokale Bilder an Förde, Strand und Vereinsplatz
In Schleswig-Holstein sind viele Orte leicht erkennbar. Hafen, Förde, Strand, Sportplatz oder Schulhof lassen sich oft schnell zuordnen. Wer Erlebnisse teilen will, kann den Ort allgemeiner beschreiben und die genaue Markierung weglassen. So bleibt der Kontakt erhalten, ohne unnötige Routinen offenzulegen.
Kontakt halten ohne dauernde Datenfreigabe
Privatsphäre gelingt leichter, wenn Kontakte nach Nähe sortiert werden. Enge Familie, Freunde, Vereinskontakte, Kolleginnen, Dienstleister und öffentliche Follower brauchen nicht denselben Einblick. Viele Plattformen bieten Listen, enge Freunde, eingeschränkte Kontakte oder getrennte Profile.
Der beste Schutz im sozialen Netzwerk ist eine klare Trennung zwischen öffentlicher Rolle und privatem Alltag. Berufliche Beiträge können sichtbar sein, private Inhalte bleiben im kleinen Kreis. Das ist besonders sinnvoll für Selbstständige, Ehrenamtliche, Eltern und Menschen mit Kundenkontakt.
Auch der Kommunikationskanal sollte zum Inhalt passen. Eine Geburtstagsabstimmung kann in einer Gruppe laufen. Eine neue Adresse, eine Krankmeldung, ein Ausweisfoto oder ein Vertrag gehört nicht in denselben Chat. Für Termine mit Behörden, Ärzten, Schulen oder Dienstleistern sind offizielle Kontaktwege meist besser als Social-Media-Nachrichten.
Viele Nutzer möchten nicht aussteigen, weil soziale Medien echte Vorteile haben. Sie erfahren von Veranstaltungen, bleiben mit entfernten Freunden verbunden und finden Hilfe in lokalen Gruppen. Der praktische Weg liegt deshalb in weniger Reichweite, weniger Daten und besserem Zugangsschutz.
- Privates Profil für Familie und Freunde klein halten.
- Öffentliches Profil nur für berufliche oder sachliche Inhalte verwenden.
- Neue Kontakte nicht automatisch in alle privaten Kanäle aufnehmen.
- Kontaktlisten nicht ungeprüft in jede App hochladen.
- Newsletter, Kundenkonten und soziale Netzwerke mit getrennten E-Mail-Adressen organisieren.
- Gruppenregeln für Fotos, Weiterleitungen und Dokumente festlegen.
Vergleich wichtiger Einstellungen für soziale Netzwerke
Die wichtigsten Schutzfunktionen sind auf vielen Plattformen ähnlich. Die Namen der Menüpunkte unterscheiden sich, aber die Wirkung ist vergleichbar. Nutzer sollten zuerst die täglich genutzten Apps prüfen und danach ältere Konten bereinigen.
| Bereich | Sinnvolle Einstellung | Praktischer Nutzen | Besonders wichtig bei |
|---|---|---|---|
| Profil | Privat oder nur für bestätigte Kontakte sichtbar | Beiträge sind nicht automatisch öffentlich auffindbar | Instagram, Facebook, TikTok |
| Auffindbarkeit | Suche über Telefonnummer und E-Mail-Adresse begrenzen | Private Kontaktdaten führen nicht direkt zum Profil | Meta-Dienste, Messenger, LinkedIn |
| Standort | Echtzeitfreigabe ausschalten oder nur kurz erlauben | Bewegungsmuster werden nicht unnötig sichtbar | Mobile Apps, Fotos, Messenger |
| Werbung | Personalisierung und Werbeinteressen prüfen | Plattformen verwenden weniger Signale für Werbeprofile | Facebook, Instagram, TikTok, YouTube |
| Apps und Webseiten | Alte Verknüpfungen entfernen | Nicht mehr genutzte Dienste behalten keinen Zugriff | Facebook-Konto, Google-Konto, Apple-ID |
| Beiträge | Alte öffentliche Inhalte nachträglich einschränken | Frühere Posts bleiben nicht dauerhaft offen sichtbar | Ältere Facebook- und Instagram-Profile |
Kontoschutz und DSGVO-Rechte konsequent nutzen
Privatsphäre endet nicht bei der sichtbaren Profilseite. Ein Konto kann durch schwache Passwörter, wiederverwendete Zugangsdaten, Phishing oder verlorene Geräte gefährdet werden. Das BSI empfiehlt für wichtige Konten starke Passwörter und zusätzliche Anmeldeschutzfunktionen.
Für jedes wichtige Konto sollte ein eigenes Passwort genutzt werden, weil ein Datenleck sonst mehrere Dienste gleichzeitig gefährden kann. Ein Passwortmanager hilft, lange und unterschiedliche Passwörter sicher zu verwalten. Das ist im Alltag einfacher als viele kurze Passwörter, die sich ähneln.
Zwei-Faktor-Anmeldung erschwert fremden Zugriff. Sicherer sind Authenticator-Apps, Passkeys oder Sicherheitsschlüssel. SMS-Codes sind besser als gar kein zweiter Faktor, gelten aber nicht als stärkste Lösung. Wiederherstellungscodes sollten getrennt vom Smartphone aufbewahrt werden.
Phishing bleibt ein häufiges Risiko. Warnzeichen sind angebliche Kontosperren, Druck, ungewöhnliche Links, Gewinnversprechen, fremde Login-Seiten und Nachrichten von bekannten Kontakten, die plötzlich Codes oder Geld verlangen. Sicherer ist der direkte Weg über die App oder die bekannte Webseite, nicht über einen zugesandten Link.
In der Europäischen Union haben Nutzer Rechte nach der Datenschutz-Grundverordnung. Dazu gehören Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung der Verarbeitung, Datenübertragbarkeit und Widerspruch. Diese Rechte können gegenüber Plattformen geltend gemacht werden, wenn personenbezogene Daten verarbeitet werden.
| Risiko | Typisches Anzeichen | Sofortmaßnahme | Vorbeugung |
|---|---|---|---|
| Phishing | Link kündigt Kontosperre, Gewinn oder Sicherheitsproblem an | Nicht klicken und Konto direkt über App öffnen | Zwei-Faktor-Anmeldung aktivieren |
| Fremder Login | Unbekanntes Gerät erscheint in der Kontenübersicht | Gerät abmelden und Passwort ändern | Geräteübersicht regelmäßig prüfen |
| Datenweitergabe durch Apps | Alte Spiele oder Dienste sind noch verbunden | Zugriff entfernen | App-Verbindungen wiederkehrend kontrollieren |
| Ungewollte Öffentlichkeit | Beiträge erscheinen außerhalb des Freundeskreises | Sichtbarkeit sofort ändern | Standardzielgruppe klein wählen |
| Standortpreisgabe | Fotos zeigen Orte automatisch | Standort entfernen oder Beitrag einschränken | App-Berechtigungen kontrollieren |
Familie, Verein und Beruf sauber trennen
Ein einziges Profil für alle Lebensbereiche führt schnell zu Problemen. Kolleginnen sehen private Urlaubsbilder. Vereinskontakte sehen Familienfotos. Fremde sehen Kommentare in öffentlichen Gruppen. Besser ist eine klare Trennung nach Zweck.
Familie, Verein und Beruf brauchen unterschiedliche digitale Räume. Familienchats eignen sich für Termine und kurze Absprachen. Vereinsgruppen brauchen Regeln für Fotos und Weiterleitungen. Berufliche Kontakte gehören nicht automatisch in private Freundeslisten.
Eltern sollten besonders aufmerksam sein. Kinder lernen Datenschutz durch Gewohnheiten. Dazu gehören kleine Empfängergruppen, keine öffentlichen Kinderprofile, keine Schul- oder Kita-Details und keine Weitergabe von Codes. Wer Familienorganisation digital entlasten will, kann zusätzlich eine Familienwoche ohne Chaos planen.
Für Vereine ist Transparenz wichtig. Vor einer Veröffentlichung von Gruppenbildern sollte klar sein, wer einverstanden ist. Bei öffentlichen Seiten sollten Namen, private Telefonnummern und genaue Wohnorte vermieden werden. Ein Kontaktformular oder eine allgemeine Vereinsadresse schützt einzelne Mitglieder besser.
Auch Betriebe sollten private Messenger nicht für sensible Daten nutzen. Krankmeldungen, Vertragsunterlagen, Ausweiskopien oder Gehaltsinformationen gehören nicht in lose Gruppenchats. Im Homeoffice ist zusätzlich wichtig, berufliche Dateien von privaten Social-Media-Konten zu trennen.
Der Alltagstest für jeden Beitrag
Vor dem Absenden hilft eine kurze Prüfung. Wer soll den Beitrag sehen. Welche Information steckt im Bild. Ist der Ort erkennbar. Sind andere Personen betroffen. Wäre der Inhalt auch in einem öffentlichen Aushang vertretbar.
Wenn eine Information nicht an eine öffentliche Pinnwand gehört, sollte sie auch nicht öffentlich im Netzwerk stehen. Das gilt für Kinderfotos, Gesundheitsdaten, Adressen, Reisedaten, Dokumente und Konflikte. Der Kontakt bleibt trotzdem möglich, wenn private Listen, kleine Gruppen und Direktnachrichten genutzt werden.
Ein lokaler Bezug macht diese Prüfung noch wichtiger. Wer am Wochenende an der Küste, im Verein oder bei einer Familienfeier unterwegs ist, muss keinen Echtzeitstandort teilen. Ein späterer Beitrag mit begrenzter Sichtbarkeit erfüllt denselben sozialen Zweck und verrät weniger über Bewegungen.
Auch ein kurzes Erklärvideo kann im Alltag helfen, wenn es direkt in der Plattform zeigt, wo Profil, Werbung, Standort, Gruppen und Zwei-Faktor-Anmeldung eingestellt werden. Solche Inhalte sollten am Ende eines Artikels oder in einer Mediathek stehen, nicht vor den wichtigsten Informationen. Für Leser zählt zuerst die klare Entscheidung, welche Schalter sie jetzt prüfen müssen.
Datenschutz in sozialen Netzwerken verständlich erklärt
Das Video zeigt, warum persönliche Daten, sichtbare Profile und geteilte Inhalte in sozialen Medien bewusst kontrolliert werden sollten.
Klare Einstellungen helfen dabei, Kontakte zu halten und private Informationen besser zu schützen.
Film: YouTube / Kanal Hessische Landeszentrale für politische Bildung
FAQ
Muss ich soziale Medien löschen, um meine Privatsphäre zu schützen?
Nein. In vielen Fällen reichen private Profile, begrenzte Sichtbarkeit, starke Passwörter, Zwei-Faktor-Anmeldung und sparsames Teilen. Wer Kontakte pflegen will, kann kleine Gruppen und Direktnachrichten nutzen.
Welche Einstellung bringt sofort den größten Effekt?
Für private Nutzer ist meist die Einschränkung der Profil- und Beitrags-Sichtbarkeit der schnellste Schritt. Danach sollten Standortfreigaben, App-Zugriffe und Auffindbarkeit über Telefonnummer oder E-Mail-Adresse geprüft werden.
Sind verschlüsselte Messenger automatisch sicher?
Verschlüsselung schützt Nachrichten auf dem Transportweg. Trotzdem bleiben Geräte, Backups, Screenshots, Gruppenmitglieder und geteilte Dateien wichtig. Ein sicherer Messenger ersetzt keinen bewussten Umgang mit Inhalten.
Sollten Kinderfotos in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden?
Kinderfotos sollten nur sehr zurückhaltend geteilt werden. Besser sind kleine Empfängergruppen, vorherige Zustimmung der Beteiligten und keine Angaben zu Schule, Wohnort, Routinen oder Echtzeitstandort.
Wie oft sollten Einstellungen geprüft werden?
Eine Prüfung mehrmals im Jahr ist sinnvoll. Besonders wichtig ist sie nach App-Updates, neuen Geräten, Änderungen der Datenschutzrichtlinien oder ungewöhnlichen Login-Hinweisen.
Wichtigste Punkte zum Merken
- Private Profile schützen viele Alltagsbeiträge sofort besser.
- Standortdaten sollten nur im Einzelfall freigegeben werden.
- Fotos anderer Personen brauchen Zustimmung.
- Kinderbilder gehören nicht in öffentliche Reichweiten.
- Jedes wichtige Konto braucht ein eigenes starkes Passwort.
- Zwei-Faktor-Anmeldung erschwert fremde Zugriffe.
- Alte App-Verknüpfungen sollten regelmäßig entfernt werden.
- Messenger-Gruppen eignen sich nicht für sensible Dokumente.
- Berufliche und private Profile sollten getrennt bleiben.
- Datenschutz gelingt durch kleine Routinen, nicht durch kompletten Rückzug.
Privatsphäre in sozialen Medien entsteht durch begrenzte Sichtbarkeit, sparsame Angaben und sichere Konten. Nutzer können erreichbar bleiben, ohne Wohnort, Routinen, Kinderfotos oder sensible Dokumente öffentlich zu machen. Wichtig sind private Profile, kontrollierte Gruppen, starke Passwörter, Zwei-Faktor-Anmeldung und regelmäßige Prüfungen der App- und Werbeeinstellungen. So bleibt digitaler Kontakt möglich, ohne unnötig viele persönliche Daten preiszugeben.
Quelle: Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Verbraucherzentrale, Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Datenschutzkonferenz, Europäische Kommission, Hilfebereiche von Meta, WhatsApp, Signal, TikTok und LinkedIn.