Warnstreiks-Schleswig-Holstein
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Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst werden fortgesetzt. Besonders betroffen sind Berufe mit hohem Frauenanteil. Hintergrund sind der Equal Pay Day und der Internationale Frauentag. In Kiel und Lübeck fanden große Kundgebungen statt.

Inhaltsverzeichnis:

Hunderte Beschäftigte beteiligen sich an Demonstrationen

In Schleswig-Holstein und anderen Bundesländern gehen die Warnstreiks weiter. Die Gewerkschaft ver.di rief besonders Berufsgruppen mit vielen weiblichen Beschäftigten zur Teilnahme auf. Anlass sind der Equal Pay Day am Freitag und der Internationale Frauentag am Samstag. Auch die Gewerkschaft komba unterstützte die Streiks.

In Kiel versammelten sich am Freitagmittag laut Polizei rund 750 Beschäftigte zu einer Demonstration am Gewerkschaftshaus. Frank Schischefsky von ver.di nord kritisierte das Verhalten der Arbeitgeber: „Wir haben 0,0 Angebote auf dem Tisch, das gehört sich einfach nicht für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst.“ Nach der Kundgebung wurde eine Petition an Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) übergeben.

Auch in Lübeck kam es zu Protesten. Rund 120 Teilnehmer starteten eine Fahrraddemonstration, insgesamt nahmen etwa 300 Menschen an der Kundgebung am Holstentor teil. Die Veranstaltung verlief friedlich.

Auswirkungen auf Kitas, Kliniken und Rettungsdienste

Die Warnstreiks betreffen zahlreiche Einrichtungen, darunter Kindertagesstätten, Rettungsdienste und Kliniken. In Kiel drohten am Freitag Schließungen der Kitas des Arbeiterwohlfahrt-Kreisverbandes (AWO). Die Beschäftigten fordern dieselben Tarifbedingungen wie im öffentlichen Dienst.

Auch in Lübeck waren zentrale Bereiche betroffen. Gestreikt wurde in städtischen Senioreneinrichtungen, dem kommunalen Rettungsdienst und den Sana-Kliniken. In Eutin (Kreis Ostholstein) wurde das Ameos-Klinikum bestreikt. Notfälle wurden weiterhin behandelt.

Arbeitgeberverband übt Kritik an Streiks

Die Warnstreiks der Gewerkschaften stoßen bei den Arbeitgebern auf Unverständnis. Der Kommunale Arbeitgeberverband Schleswig-Holstein (KAV SH) hält die Proteste für übertrieben. Geschäftsführer Jan Jacobsen sagte: „Wir finden Streikmaßnahmen, die die Kinderbetreuung oder die Gesundheitsversorgung einschränken, zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht nachvollziehbar.“

Die Gewerkschaften ver.di und der dbb Beamtenbund fordern eine Erhöhung der Löhne um 8 Prozent oder mindestens 350 Euro pro Monat sowie höhere Zuschläge für belastende Arbeitszeiten. Bisher gab es von Arbeitgeberseite kein Angebot.

Weitere Streiks und zentrale Verhandlungen

In der kommenden Woche werden die Warnstreiks ausgeweitet. Ver.di-Sprecher Frank Schischefsky kündigte an: „Heute ist der Auftakt für die nächste Woche, dann geht es richtig los – dann werden wir Bereiche aufrufen, die richtig viel Geld bringen.“

Für den 13. März sind zentrale landesweite Protestveranstaltungen in Kiel geplant. Vom 14. bis 16. März findet in Potsdam die dritte Runde der Tarifgespräche statt.

Betroffene Einrichtungen in Schleswig-Holstein

In mehreren Städten und Kreisen sind verschiedene öffentliche Einrichtungen vom Streik betroffen:

  • Lübeck: Städtische Senioreneinrichtungen, Rettungsdienst, Sana-Kliniken
  • Kreis Ostholstein: Ameos-Klinikum in Eutin
  • Kiel: Städtisches Krankenhaus, Berufsfeuerwehr, Theater, Abfallwirtschaftsbetrieb, AWO-Kitas
  • Flensburg: Sozial- und Erziehungsdienst, Abfallentsorgung TBZ
  • Kreis Pinneberg: Regio-Kliniken Elmshorn und Pinneberg, Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung
  • Kreis Dithmarschen: Westküstenklinikum Heide
  • Kreis Stormarn: Eingeschränkte Dienstleistungen in Bad Oldesloe

Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Arbeitgeber ein verbessertes Angebot vorlegen oder die Streiks weiter eskalieren.

Quelle: tagesschau.de