In Schleswig-Holstein, insbesondere im Süden des Bundeslandes, verursacht ein hoher Grundwasserspiegel zunehmend Probleme. Viele Hausbesitzer kämpfen mit feuchten Kellern, und die Nachfrage nach Abdichtungsarbeiten ist stark gestiegen.
Inhaltsverzeichnis:
- Grundwasseranstieg betrifft besonders Südholstein
- Hausbesitzer kämpfen mit feuchten Kellern
- Hohe Nachfrage nach Abdichtungsarbeiten
- Versicherung zahlt oft nicht für Kellerabdichtungen
Grundwasseranstieg betrifft besonders Südholstein
Das Grundwasserdezernat meldet eine deutliche Veränderung der Grundwasserstände in Schleswig-Holstein in den letzten Monaten. Besonders betroffen sind die Landkreise Pinneberg, Stormarn und Lauenburg. Zwischen 2021 und 2023 waren die Wasserstände niedrig, doch durch überdurchschnittlich hohe Niederschläge im letzten Jahr haben sie sich auf ein normales bis hohes Niveau erhöht.
Viele Messstellen zeigen aktuell hohe bis sehr hohe Wasserstände, auch wenn extreme Höchstwerte bislang nicht erreicht wurden.
Hausbesitzer kämpfen mit feuchten Kellern
Besonders ältere Gebäude sind betroffen. Ein Beispiel ist das Haus der Familie Tegen aus Ahrensburg im Kreis Stormarn. Ihr Gebäude aus den 1960er Jahren leidet zunehmend unter Feuchtigkeit im Keller. Laut Hausbesitzer werden die Wände nasser, je näher man dem Boden kommt. Die Familie hat daher mit umfangreichen Abdichtungsmaßnahmen begonnen.
Feuchtigkeit kann nicht nur Unannehmlichkeiten verursachen, sondern auch die Bausubstanz erheblich schädigen. Laut Bau-Experte Stefan Knabe verstärken sich die Probleme, wenn der Wasserdruck steigt. Selbst kleine Risse oder undichte Stellen können das Eindringen von Wasser ermöglichen.
Hohe Nachfrage nach Abdichtungsarbeiten
Unternehmen, die Kellerabdichtungen anbieten, erleben eine stark gestiegene Nachfrage. Nach Recherchen von NDR Schleswig-Holstein erhalten viele Firmen täglich neue Anfragen. Besonders in Südholstein ist der Andrang enorm.
Jan Henrik Groß, Geschäftsführer der Abdichtungstechnik Groß GmbH, betont, dass Keller nur dann trocken bleiben, wenn die Abdichtung intakt ist. Ein kritischer Punkt ist der Übergang zwischen Wand und Bodenplatte. Viele ältere Gebäude haben hier Schwachstellen, da frühere Bauweisen nicht den heutigen Standards entsprachen.
Versicherung zahlt oft nicht für Kellerabdichtungen
Viele Hausbesitzer hoffen, dass ihre Versicherung für die Kosten aufkommt. Doch laut Stefan Knabe zahlen Gebäudeversicherungen in der Regel nicht für feuchte Keller. Nur eine Elementarversicherung könnte unter bestimmten Bedingungen greifen, doch die Anforderungen sind schwer zu erfüllen.
Auch Familie Tegen muss die Kosten für ihre Kellerabdichtung selbst tragen. Die Arbeiten dauern insgesamt vier Wochen und kosten einen fünfstelligen Betrag. Dennoch sieht die Familie es als notwendige Investition, um langfristige Schäden zu vermeiden.
Feuchte Keller sind nicht nur ein bauliches Problem, sondern betreffen auch den Wohnraum. Während früher Keller als Lagerfläche dienten, werden sie heute oft als Wohnraum genutzt. Besonders in der Metropolregion Hamburg ist der Platz begrenzt, weshalb viele Hausbesitzer ihre Kellerräume als Kinderzimmer oder Arbeitsräume einrichten. Doch das verstärkt die Probleme, denn jede Feuchtigkeit wird hier zum Risiko.
Quelle: ndr.de